Atemtherapie

Was ist Atemtherapie?

Die Atemtherapie ist ein ganzheitlicher Behandlungsansatz, der die Atmung als zentrale Lebens- und Energiequelle in den Mittelpunkt stellt. Als ergänzende Methode kann sie im Rahmen ganzheitlicher Verfahren eingesetzt werden. Die Atmung verbindet als einzige Körperfunktion das autonome mit dem willentlich steuerbaren Nervensystem und bietet daher einen besonderen Zugang zu Körper und Psyche.

Die Wirkungsweise der Atemtherapie

Eine gesunde, freie Atmung ist grundlegend für das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit. Durch Stress, Erkrankungen oder falsche Gewohnheiten kann das natürliche Atemmuster beeinträchtigt werden. Die Atemtherapie zielt darauf ab, diese Einschränkungen zu lösen und bietet vielfältige Vorteile:

  • Lösung von Atemblockaden und Verspannungen der Atemmuskulatur
  • Verbesserung von Atemvolumen und Atemeffizienz
  • Stärkung der Atemmuskulatur und des Zwerchfells
  • Aktivierung des parasympathischen Nervensystems (Entspannungsnerv)
  • Reduzierung von Stress, Angst und psychosomatischen Beschwerden
  • Steigerung der Sauerstoffversorgung des gesamten Körpers

Methoden der Atemtherapie

Eine professionelle Atemtherapie beginnt typischerweise mit einer sorgfältigen Analyse des individuellen Atemmusters. Darauf aufbauend werden verschiedene Techniken eingesetzt:

  • Bewusstmachung des eigenen Atemmusters
  • Manuelle Techniken zur Lösung von Blockaden im Brustkorb
  • Übungen zur Erweiterung der Atemräume
  • Erlernen verschiedener Atemtechniken für unterschiedliche Situationen
  • Integration von Bewegung und Atmung
  • Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen

Anwendungsbereiche der Atemtherapie

Die Atemtherapie kann bei verschiedenen Beschwerdebildern eingesetzt werden:

  • Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD
  • Stressbedingten Beschwerden und Angstzuständen
  • Chronischen Schmerzen, besonders im Rückenbereich
  • Nach Operationen am Brustkorb oder an der Lunge
  • Haltungsproblemen und eingeschränkter Atmung
  • Unterstützend bei neurologischen Erkrankungen

Für Patienten mit neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall, Multiple Sklerose oder Parkinson kann die Atemtherapie besonders relevant sein. Bei diesen Erkrankungen kann die Atemmuskulatur und -koordination beeinträchtigt sein. Eine gezielte Atemtherapie kann nicht nur die Atmung selbst verbessern, sondern wirkt sich auch positiv auf Energieniveau, Konzentration und allgemeines Wohlbefinden aus.

Ausbildung und Qualifikation

Die Ausbildung in Atemtherapie wird in Deutschland von verschiedenen Institutionen angeboten. Sie wird häufig von Physiotherapeuten, Heilpraktikern, Yoga-Lehrern oder Sängern mit entsprechender Zusatzqualifikation durchgeführt. Es gibt verschiedene Schulen und Ansätze der Atemtherapie, wie beispielsweise die Methode nach Ilse Middendorf oder die Atemlehre nach Cornelis Veening.

Bei Interesse an Atemtherapie ist es ratsam, sich nach qualifizierten Therapeuten mit fundierter Ausbildung zu erkundigen und die Möglichkeit einer Kostenübernahme mit der eigenen Krankenkasse zu klären.

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